Die Farbmischtechnik des Malers und Hofmalers des Grafen zu Solms-Laubach, Paul Eddie Pfisterer. Eine Maltechnik wie seine hat es in ihrer Geschlossenheit in der Kunstgeschichte wohl selten oder noch nie gegeben. Starkes Kolorit, überwirklich stark leuchtende Tageslichteffekte, 3 D-Effekt, höchste Schwierigkeitsgrade der Motive wie Wasserspiegelungen, Nebel, Licht, Menschen, Tiere, alte dichte Mauergefüge, Architektur, Akt, Hände, Gesichter, Füße, kurzum- alles was schwierig ist reizt den Maler es darstellend umzusetzen. Doch der rote Faden darin ist seine Farbmischtechnik. Und auf die kommt es an. Es gibt viele Maltechniken, d.h. Arten Farbe zu ermischen. Das wesentliche an der Malerei ist die Farbe, alles andere fällt unter den Begriff Zeichnung. Malerei ist die Kunst, durch Farbe die Illusion einer existierenden Wirklichkeit zu erschaffen. Das Abbild sozusagen, etwas das der Betrachter mit einer bereits erfahrenen Wirklichkeit vergleichen kann. Jeder grosse Maler der Kunstgeschichte hat als Folge seiner Beschäftigung mit der Malerei zu seiner eigenen Palette gefunden, sofern er nicht von seinem Lehrer überwältigt wurde. Sie ist seine Eigenart, bei manchen sofort erkennbar, wie Rubens, Rembrandt, Zügel, Renoir, Macke, Beckmann und viele andere. Diese “Palette” ist jedes Malers individuelle Eigenheit. Nicht reproduzierbar, ausser von der Person die den jeweiligen Farbkreis entwickelt hat. Und diese Findung dauert, Jahre, manchmal Jahrzehnte. Früher wurde sie zum grössten Teil gelehrt, zum Beispiel: schaffe einen Grundlehm aus dem heraus du deine Farben erschaffst, doch denke daran, die Endsumme aller Farbe ist grau. Deshalb durchzieht die Eigenart fahler, grauer, dunkler, braungraurotdunkelvioletter Töne die Kunstgeschichte. Selten kam einer auf die Idee die Originalhelligkeit der Natur anzustreben. Warum ist auch klar: wer Tageslichtbilder malt hat das Problem darin noch die Lichter einzusetzen, das Gemälde wirkt zu hell und es bleibt kein Raum für malerische Übertreibungen die dann als Phantasie eingestuft wurden und entsprechend bewundert wurden. Diese leuchten nämlich bei echten Tageslichtwerten trotzdem noch eine Spur heller. Doch da scheiterten die Möglichkeiten der Maler. Sie waren nicht in der Lage bei Tageslichthelligkeitswerten noch Lichtpunkte einzusetzen, die ihrerseits noch leuchten. Es gab darüber noch kaum Wissen. Der Maler P.E.Pfisterer hat dieses Phänomen entdeckt, untersucht und in jahrzehntelanger Forschung die Möglichkeit entdeckt, Lichtpunkte in Tageslichtwerte so einzusetzen dass sie noch leuchtendere Effekte ergeben. Wobei das, was er auf seinem langen Legensweg herausgefunden hat, eigentlich das ist was Maler wie Caspar David Friedrich gesucht hatten- die allergrösste Naturnähe durch die Verbindung der Farbe mit der beschränkten Schöpfungskraft der vermittelnden Materialien wie Hand, Pinsel, Leinwand etc. zu erschaffen. Lediglich in der heutigen Zeit malen die meisten, oder fast alle sich mit der Farbe beschäftigenden mit den vorgefertigten (aus praktischen Gründen verständlich meist minderwertigen) Farben aus den Tuben, ohne speziell zu mischen oder auch nur darüber nachzudenken was hinter Farbmischung steckt. Fast Food- Fast Paint, wohl ein zeitgemäßer Effekt. Keiner der zu schnell ausgebildeten Kunsthistoriker hat eine Ahnung was hinter der Farbmischung steckt, deshalb möchte ich es ihnen verraten: Viel Arbeit. Es ist die größte Anstrengung und geistige Herausforderung die in der Malerei steckt. Wer zu einem Farbenkreis gefunden hat verlässt ihn nie mehr, er ist wie eine Handschrift und deshalb kaum kopierbar. Wenn dieser Bereich einmal genau untersucht würde, könnte man darüber leichter eine Fälschung herausfinden als über irgendwelche gefährlichen Materialanalysen oder teils naive, selbstherrliche Einschätzungen von Experten, die nie dabei waren als ein Rembrandt oder ein Hobbema ein Gemälde verfertigte, sich aber anmaßen es genau zu wissen. Mit Begründungen wie: Aufgrund der Beobachtung von vielen Vergleichsobjekten komme ich zum unumstößlichen Entschluss dass dieses Werk von der Hand des Malers stammen muss. ( und anderer Unsinn) Wäre das Wissen über die Farbe bekannt, mit Sicherheit gäbe es ganz andere Ergebnisse. Das scheitert aber schon daran, dass die Historiker sich einer Praxis unterziehen müssten und schätzungsweise 4-8 Jahre Farbkreise entwerfen müssten. So bleibt es dabei dass das wichtigste an der Malerei nicht verstanden wird - die Farbe. Ein weiteres Phänomen ist, dass ein Maler wie er, in allen Bereichen der Kunst tätig, Maler, Bildhauer, Grafiker, Radierer, Autor von so bedeutenden Büchern wie Monogramm und Signaturenlexikon (vertreten in allen großen Museen der Welt), Musiker und Dichter, bisher so wenig Resonanz in der kulturinteressierte Schicht der Gesellschaft erfahren hat.